Als Menschen können wir drei bis vier Tage ohne Trinken auskommen. Auf Nahrung können wir sogar mehrere Wochen verzichten. Überschreiten wir diese Zeiträume sterben wir. Klappe zu, Affe tot! Daran gibt es nichts zu rütteln, wenn wir dem Körper nicht das geben was er dringend benötigt segnen wir das Zeitliche.

Wesentlich kürzer kommen wir ohne den Atem aus. Nur wenige Minuten bleiben wir am Leben, wenn unser Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ohne Luft geht gar nichts mehr. Unser Atem verbindet uns mit allem und reagiert auf jeden Impuls der Außenwelt, des Körpers und unserer Gedanken.

In unserer schnelllebigen Zeit sind die meisten Menschen ständig unter Stress und im Überlebensmodus. Wir sitzen verspannt und mit einer unmöglichen Körperhaltung vor dem PC oder in Business Meetings, eilen hastig von Termin zu Termin und vergessen dabei völlig die Kraft des Atems. Dabei wird das Ein- und Ausatmen als völlig selbstverständlich und automatisiert wahrgenommen. Ganz beiläufig holen wir 12 bis 18 Mal pro Minute Luft und füllen unsere Lungen mit ca. 6 – 9 Liter frischer Atemluft [GES-20].

Was daraus resultiert ist eine viel zu schnelle, unbewusste und flache Atmung. Wenig Energie im Alltag, ein permanentes Gefühl des Erschöpft seins und eine innere Antriebslosigkeit sind die unmittelbare Folge. Ändern wir unser Verhalten nicht, geraten wir in einen Teufelskreis aus Angst, Stress und schlechter Atmung, was über einen längeren Zeitraum zu ernsthaften Krankheiten führen kann.

Unsere Atmung hat aber zum Glück eine Besonderheit: Sie läuft zwar unbewusst ab, jedoch können wir sie auch willentlich, bewusst und kontrolliert steuern. Bei anderen Körperfunktionen wie dem Blutdruck, dem Herzschlag oder der Verdauung sind uns im Gegenzug dazu die Hände gebunden. Ein wahrer Segen also, denn durch konzentrierte Atmung können wir gezielt Einfluss auf unseren Körper, Geist und Seele nehmen.

Was ist Breathwork?

Unter Breathwork versteht man das achtsame und bewusste Atmen, unter Anwendung verschiedener Atmentechniken, um zu heilen, innerlich zu wachsen, klarer sehen zu können und um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Alle Atemtechniken, die du auf diesem Blog kennen lernst oder in einer meiner Sessions praktizieren wirst, tragen diesen Grundsatz in sich. Jeder, der sich für Persönlichkeitsentwicklung oder Selbstoptimierung interessiert sollte sich mit Breathwork beschäftigen, denn die Anwendung hilft dir dabei deine Selbstheilungskräfte zu aktivieren und dich mit deinem Higher Self zu verbinden. Aufgrund seiner ganzheitlichen und holistischen Wirkungsweise wird Breathwork heutzutage in unzähligen Situationen und Workshops erfolgreich angewendet. Um dir eine Vorstellung davon zu geben wie groß die Einsatzmöglichkeiten sind, habe ich hier ein paar Beispiele für dich: [JUS-17]

  • Komplementärmedizin
  • Therapie zur Aggressionsbewältigung
  • Kindergeburt
  • Drogenentzug
  • Fitnesstraining
  • Schmerztherapie
  • Public Speaking
  • Sprachtherapie
  • Trauma und PTBS
  • Yoga
  • Zen

Breathwork verbindet Menschen, die nach Leistungsoptimierung, Erleuchtung und
Selbstverwirklichung streben.

Daniel Bayer

Ist Breathwork eine neue Erfindung?

Nein! Das Wissen um die Kraft des Atems ist keinesfalls neu. Alle alten Hochkulturen glaubten an die heilsame Bedeutung des Atems. Sie nutzten seit jeher verschiedenste Atemtechniken um Körper, Geist und Seele zu stärken und in Einklang miteinander zu bringen.

Werfen wir einen Blick in die Yoga-Sutren, welche das bekannteste Dokument der Yogaliteratur sind und vor mehr als 2000 Jahren in der altindischen Sprache Sanskrit verfasst wurden. Anstatt als Breathwork wird die Arbeit mit dem Atem dort als „Pranayama“ bezeichnet. „Prana“ ist absolute Energie, die universelle Lebenskraft und „ayama“  bedeutet soviel wie kontrollieren oder auch strecken bzw. erweitern.

„Die acht Glieder des Yoga sind: Gebote zu moralischem Verhalten, Gebote zur inneren Einstellung, das Achten auf die Haltung des Körpers, die Kontrolle des Atems, Zurückgezogenheit der Sinnesorgane, das Üben von Konzentration und Meditation bezogen auf eine Idee oder eine Sache bis zum Zustand der geistigen Einheit damit.“

Pranayama bezeichnet also die bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung durch
Achtsamkeit und beständiges Üben. Da die Atmung Träger der Lebensenergie ist,
kann Prana auch mit „Atem“ übersetzt werden.

Yogis betrachten diese Atmungspraxis als ein Bindeglied zwischen Vorgängen des Körpers und der geistigen Prozesse, weshalb Pranayama traditionellerweise eine große Bedeutung in den Yoga Sutras einnimmt. Pranayama kann als eine der ältesten Formen des Breathworks bezeichnet werden und wurde nur an wenige Yogaschüler weitergegeben. Der Grund hierfür ist, dass Pranayama jahrhundertelang eine geheime Lehre war, die den Schülern frühestens nach zwanzig Jahren Asanapraxis beigebracht wurde. [JEN-52]

„Die stetige Praxis von Pranayama verringert Blockaden im Geist, die uns an einer klaren Wahrnehmung hindern.“

[JEN-52]


Aber auch in anderen Kulturen wie z.B. Griechenland, Ägypten, Japan oder China wurde der Atem schon seit vielen Tausend Jahren als Ausdruck der Verbindung und Einheit von Körper, Seele und Geist angesehen. So gibt es auch im chinesischen Daoismus einen Begriff der sich auf den Atem bezieht. „Qi, in der deutschen Schreibweise auch Chi genannt bedeutet so viel wie Energie, Äther, Atem, Luft oder Hauch. Die Griechen bezeichnen mit Pneuma sowohl den Geist, als auch die Luft.

Die antike Ansicht war, dass der Mensch durch den Atem an der Seele der Welt partizipiert. Entsprechend seinen Möglichkeiten war er über den Atem in der Lage, in geistige Bereiche vorzudringen. Hier liegt der Ursprung der Verbindung von Atemübungen, Gebet und Versenkung in den Religionen vieler Völker.

Welche Arten von Breathwork gibt es?

Und auch heutzutage werden Atemtechniken eingesetzt, um in einen tiefen Zustand der Entspannung zu gelangen, tiefsitzende Verspannungen zu lösen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Der Begriff Breathwork bezieht sich auf jede Art von Atemtechnik oder Atemübung und umfasst dabei ein großes Spektrum an verschiedensten Techniken zur Erreichung der bereits genannten Ziele.

Zu den bekanntesten Atemtechniken zählen:

Was ist Breathwork

 

© Magic Mine – ShutterStock ( Bild ID: 396426208)

Wie wirkt und funktioniert Breathwork?

Durch die gezielt herbeigeführte Hyperventilation, also das beschleunigte oder vertiefte Atmen, kommt es auf Dauer zu einem Abfall des CO²-Partialdruckes. Die unmittelbare Folge daraus ist ein Anstieg des pH-Wertes im Blut. Dadurch gelangt das Blut während einer Breathwork Session aus dem neutralen in den basischen Bereich. Dieser Effekt wird auch als „respiratorische Alkalose“ bezeichnet.

Während der vertieften Atmung führst du also deinem Körper permanent Sauerstoff zu, atmest aber  gleichzeitig mehr und mehr Kohlenstoffdioxid aus. Dadurch haben deine Zellen jede Menge Energie in Form von Sauerstoff zum Arbeiten und müssen auf keine anderen (z.B. anaeroben) Methoden zur Zellatmung zurückgreifen. Durch den Sauerstoffüberschuss im Blut können die Zellen im aeroben Bereich viel effizienter arbeiten, was dazu führt, dass die Ausdauer des Körpers steigt. Oder anders ausgedrückt:

„Du pumpst pure Lebensenergie in dein System und fühlst dich mit jedem Atemzug leichter, lebendiger und vitaler!“

Kann jeder Breathwork praktizieren?

Theoretisch kann nahezu jeder derartige Atemtechniken durchführen, allerdings ist Breathwork alles andere als ein Spaziergang. Atemübungen sollten niemals als harmloses Werkzeug unterschätzt werden. Es kann sowohl seelisch, als auch körperlich sehr
anstrengend sein. Aus diesem Grund sollten Frauen während der Schwangerschaft
oder Periode auf keinen Fall derartige Atemübungen praktizieren. Ich rate dir außerdem
davon ab, Breathwork zu praktizieren, wenn dich einer der folgenden Punkte
betrifft:

  • Epilepsie
  • Hoher Blutdruck (bei verschreibungspflichtigen Medikamenten)
  • Koronare Herzkrankheit (z. B. Angina pectoris;
    stabile Angina)
  • Eine Reihe schwerwiegender gesundheitlicher Probleme wie Herzversagen oder
    Schlaganfall
  • schwere Herz-Kreislauf-Probleme
  • Glaukom (Grüner Star)
  • Nicht während der Schwangerschaft
  • Nicht während der Periode

Welche Vorteile habe ich durch Breathwork?

Richtig angewandt wirkt Breathwork auf vielen Ebenen wie ein wahres Lebenselixier. Unser Atem kann immense Energien freisetzen und sowohl auf körperlicher, als auch auf seelischer Ebene vieles bewirken. Um dir eine Vorstellung davon zu geben was alles möglich ist, habe ich dir im Folgenden einige Vorteile aufgelistet von denen du profitieren könntest, wenn du Atemtechniken üben würdest:

  • Mehr Energie im Alltag und beim Sport
  • Du stärkst dein Immunsystem
  • Verbesserte Konzentrationsfähigkeit
  • Mehr Leistung im Sport
  • Verbessere deine mentale Gesundheit
  • Senke dein Stress-Level
  • Heile deine Krankheiten
  • Bekämpfe Depressionen
  • Fühle und erhalte mehr Glück, Stärke und
    Vertrauen in dich selbst
  • Erlange mehr Vitalität
  • Lungenkapazität wird erhöht

Wenn du Lust bekommen hast Breathwork auszuprobieren, um von den zahlreichen Vorteilen zu profitieren, dann melde dich jetzt für meinen kostenlosen Newsletter an und
erhalte ein gratis Worksheet, das dich optimal auf deine erste Erfahrung vorbereitet.

Quellen:

[GES-20] Gesundheit.de; https://www.gesundheit.de/krankheiten/lunge/funktion-der-lunge/lebenselixier-luft; aufgerufen am 08.04.2020

[JEN-52] Jenseits
Nirwana; Horst Neumohr; Heinz-Uwe Hobohm (Herausgeber)

[JUS-17] Just Breath; Mastering Breathwork; Dan Brulé; 2017

Shares
Share This